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Weihnachten in Griechenland

Die griechische Weihnacht unterscheidet sich nicht mehr gravierend von anderen Weihnachtsfeiern in Europa. Weihnachtsbäume werden Mitte-Dezember aufgestellt, und wie es der Brauch an sich hat, mit Kugeln, Girlanden und Lichterketten geschmückt.Ostern ist für die Griechen zwar ein bedeutungsvolleres Fest, doch auch Weihnachten wird mit Freuden gefeiert.

Zu jedem Weihnachtsfest gehört natürlich das ganz spezielle Weihnachtsgebäck. In Griechenland gibt es "Kourambiedes", Butterplätzchen mit Mandeln und viel Puderzucker, und "Melomakarona", ein Gebäck mit Honigsirup.

Am Weihnachtsmorgen gehen Kinder durch den Ort, von Haus zu Haus, um die freudige Nachricht von der Geburt Christi singend zu überbringen. Sie singen "Kalanda" begleitet von Triangeln. Dieser Gesang gilt als Segen des Hauses und der Familie. Mit einigen Variationen in den Versen loben sie jedes Mitglied der Familie, ausgehend von seinem Alter. Die "Kalanda" unterscheiden sich von Region zu Region. Die Kinder werden für ihr singen belohnt damals mit getrockneten Feigen, Nüssen und Weihnachtsgebäck. Heute ist es ein wenig Geld. Als Glück bringend gelten die Kinder, die das Haus als erste singend betreten, diese werden natürlich auch reicher belohnt. Ein reich gedeckter Tisch erwartet die Kinder. Es gibt eine große Auswahl an Gerichten und natürlich darf die Weihnachtspute nicht fehlen.

Der heutige griechische Weihnachtsbaum ist teils vom westlichen Europa übernommen, teils symbolisiert er den Baum, "der die Erde stützt". Ein ganzes Jahr lang versuchen die "Kalikanzari" kleine Dämonen, Unterweltkobolde diesen Baum zu fällen. Kurz bevor sie ihr Werk vollbringen, wird Jesus geboren. Die Kobolde verlassen nun die Unterwelt und kommen 12 Tage zu den Menschen, um sie zu stören, zu ärgern, zu belästigen.

Aus Spaß und Schabernack lässt der "Killantzaros" Flammen ausgehen, die Milch versauern, oder flechtet die Schweife der Pferde. Um die unerwünschten Wesen fernzuhalten, brennen die Kamine ganze 12 Tage lang.

Die Geschenke wurden in der Nacht zum 1. Januar verteilt. Der heilige Vassilius brachte die Geschenke für die Kinder vor ihr Bett. Heutzutage liegen sie unter dem Weihnachtsbaum und werden am Abend des 24 Dezember oder am Weihnachtstag verteilt.

Am Silvesterabend, dem Abend vor "Protochronia" sitzen viele Griechen bei Glücksspielen zusammen. Es kommt jetzt natürlich darauf an, Gewinner zu sein. Wer gewinnt, wird im neuen Jahr besonders viel Glück haben. Zu Silvester gibt es allerdings auch die Vassilopita genannt. Dies ist ein Kuchen, in den eine Goldmünze eingebacken wird. Demjenigen, der sie in seinem Stück hat, verspricht der Brauch das ganze Jahr über Glück. Der Brauch mit dem Glückskuchen geht zurück auf eine Begebenheit aus der Zeit Bischof Vassilios?(330-379) in Kappadokien, der damals unter römischer Herrschaft stand: Der Präfekt erhob hohe Steuern, die arme Leute nicht zahlen konnten. So bat Vassilios die Reichen den Anteil der Armen zu spenden. Die vermögenden Kappadokier gaben genug, sodass Vassilios die geforderte Summe überreichen konnte. Als der Präfekt davon hörte, war er so gerührt, dass er auf die Steuern verzichtete. Doch diese gute Nachricht stellte den Bischof vor ein neues Problem: Er hatte Unmengen von Münzen und Schmuckstücken, und es war nicht mehr nachvollziehbar, wer was gespendet hatte. So ließ Vassilios Kuchen backen, in denen jeweils eine Münze oder eines der Schmuckstücke eingebacken wurde. Das Gebäck wurde an die Armen verteilt. So erhielten sie Nahrung und ein kleines Vermögen. Auch zur "Protochronia" ziehen Kinder von Haus zu Haus um "Kalanda" zu singen, für den Anfang des neuen Jahres.

Am 6. Januar, dem Tag der Theofania, der Gotteserscheinung und der Taufe Christi, werden die Kalikanzari durch die Segnung aller Hauser und Gewässer (Meere, Flüsse, Seen) durch die Priester in die Unterwelt vertrieben. An diesem Tag wird von einem Priester ein Kreuth ins Wasser geworfen. Einige junge Männer tauchen ins Wasser, um es herauszuholen. Es ist ein ehrenhafter Wettkampf zwischen den Teilnehmern, die mutig in das eiskalte Wasser springen. Wenn diese Zeremonie in einem Hafen stattfindet, läuten bereits im Augenblick, in dem das Kreuz ins Wasser geworfen wird, sämtliche Glocken, Pfeifen und Nebelhörner der Schiffe, die vom Dampfer bis zum Fischerboot mit Blumen geschmückt sind. Die Kriegsschiffe feuern Salut und die Kirchenglocken läuten.

Der geschmückte Weihnachtsbaum hatte nicht immer seinen Platz in der griechischen Weihnacht. Ein alter Brauch aus dem griechischen Byzanz war ein aus Holz geschnitztes Schiff aufzustellen, welches reich verziert und beleuchtet war. Genauso wie das Weihnachtsfeuer, welches am Abend des 23. Dezembers entzündet wurde, um das unbeschützte Christuskind in dieser kalten Nacht zu wärmen. Eine kleine Gabe einer jeden christlichen Familie war also das "Christoxilo", der Weihnachtsscheit. So wurde das beste und größte Stück Holz das ganze Jahr aufbewahrt, um an dieser Nacht zu brennen. Wenn das Feuer lodert, formten die Kinder einen Kreis und begannen zu singen und zu tanzen. In größeren Nachbarschaften war das Weihnachtsfeuer ein wahres Fest, bei dem Musikanten auf Klarinetten und Geigen spielten. Weihnachten in Griechenland war sobald eine ruhige, geistige Zeit mit sehr kleiner Kommerzialisierung, aber jetzt (nicht nur in den städtischen Bereichen), ist es eine lichtverzierte Festlichkeit geworden.