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Die Heiligen Drei Könige

Fast zweitausend Jahre liegt es zurück. In den Ländern des Orients blühten zu jener Zeit Sternkunde und Sterndeutung, denn aus dem Lauf der Gestirne glaubte man schon damals Schlüsse ziehen zu können für das Geschehen auf Erden.

Da leuchtete eines Tages fern im Westen, ganz nahe dem Horizont, ein ungewöhnlich heller Stern auf, dessen strahlende Schönheit die Magier lange rätseln ließ. Drei königliche Weise deuteten sein wunderbares Leuchten als himmlisches Zeichen.

War nicht schon lange die Weissagung ergangen, dass ein König geboren würde, dessen Licht leuchten sollte über alle Völker der Erde. "Der neue Stern wird uns zeigen, wo wir ihn finden. Wir wollen uns aufmachen und ihn als Gesandten Gottes verehren." So sprachen die Weisen, sattelten ihre Kamele und beluden sie reich mit den Gaben, die sie dem künftigen Herrscher darbringen wollten; Stern - helles Gold, duftenden Weihrauch und Myrrhen, das altehrwürdige Heil- und Segensmittel.

Weit ritten die drei über Berge und durch Wüsten, bis sie nach mühseliger Reise anlangten in Jerusalem. Und überall fragten sie; "Wo ist der neugeborene König? Aus dem Morgenland sind wir gekommen, um ihm zu huldigen." Aber niemand wusste von einem neugeborenen König. Nur die Schriftgelehrten erinnerten sich dunkel der Weissagung des Propheten Micha, die da lautet; und du, Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den tausenden in Juda, aus dir soll kommen der Herr.

Weiter zogen die Weisen, bis sie nach Bethlehem kamen. Das war keine prunkende Königsstadt, keine Paläste aus schimmerndem Marmor fanden sie in den engen Gassen, die gesäumt wurden von armseligen Häuschen. Stumm standen die Weisen vor einer halb verfallenen Hütte, über die in höchster Pracht der strahlende Stern sein Licht aufleuchten ließ. Zögernd betraten sie die Schwelle. Zweifel befiel sie. Konnte dies die Geburtsstätte des neuen Königs sein?

Doch der Stern hatte sie nicht genarrt. Im flackernden Feuerschein der den kleinen Raum erleuchteten Fackel erkannten sie in der Krippe das in hellen Linnen gewickelte Kindlein, das dem bärtigen Joseph und der sanft lächelnden Mutter Maria seine Ärmchen entgegenstreckte. Versunken im seligen Anschauen ihres Kindes, richtete Maria sich auf. Ihre Augen fragten die Fremden: Wer seid ihr, was wollt ihr? Golden funkelte das Licht der Fackel auf den kostbaren Gewändern der Besucher, die die Stirn neigten und ehrfürchtig niederknieten auf der Spreu vor der Krippe, ihre Hände falteten und das Kind anbeten.

"Dann", so weiß das Evangelium zu berichten, "taten sie ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen."